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Die 5. Harzreise

So ging es nun schon zum vierten Mal - und in dieser Besetzung wohl zum letzten - in die Jugendherberge Wernigerode. Alles sollte wie immer werden, aber wie dreht man einen Film, wenn der Hauptdarsteller fehlt?
Eigentlich wollte ich ganz entspannt meinen Geburtstag begehen, so ganz in InTakt-Familie, aber dann kam eine Hiobsbotschaft nach der anderen.
Freitag früh zeichnete sich ab, dass Hansi, unser Chorleiter, aus dienstlichen Gründen nicht mitkommen kann. O Schreck, und nun? Unser Co-Chorleiter Jan war auch nicht mit von der Partie und Eva hatte bis jetzt "nur" die Stimmgruppenproben geleitet.
In WR angekommen, stellten wir fest, dass der große Probenraum mit dem Klavier von einem anderen Chor belegt war. Na, super, jetzt haben wir zusätzlich zu keinem Chorleiter auch noch kein Klavier. Na, erst mal Abendbrot essen, vielleicht kann ja Alex, der später kommen wollte, das Klavier von Hansi mitbringen. Anruf genügt: Alex kann auch nicht kommen.
Ok, fangen wir eben mit der Probe an, Eva schafft das schon. Und wie sie es geschafft hat. Mit Bravour! Und was wir alles geschafft haben einzustudieren: Killing me softly mit seinem vertrackten Rhythmus für den Alt, das romantische Primelchen von Mendelsohn, Barbara Ann in Rekordzeit...
... also alles wie immer. Samstag nachmittag haben wir schon gar nicht mehr gemerkt, dass Hansi gar nicht da war. Irgendwann stellte sich auch heraus, dass zwar der große Raum durch den anderen Chor belegt war, das Klavier aber nicht in dem Raum...

Die traditionellen Kaffeepausen mit Selbstgebackenem und Selbstmitgebrachtem durften natürlich nicht fehlen.
Aber etwas war dieses Mal doch anders: Abends wurde mal nicht gekegelt oder Karten gespielt, sondern wir hatten zu dem anderen Chor erste Kontakte geknüpft. Natürlich verlief das Zusammentreffen anfangs etwas verhalten - wir sind ja doch sehr schüchtern...die anderen auch. Aber dann sangen wir unsere Wölfe, die anderen ihren Bären und das Eis war gebrochen.
Das ist übrigens der Chor "kreuz und quer" www.kuq.de aus Stadthagen. Sie haben mehr so die geistliche Schiene im Repertoire. Als die loslegten, haben wir erst mal die Ohren angelegt. Mann, war da Power dahinter. Und das lag nicht unbedingt daran, dass sie zahlenmäßig ziemlich stark sind. An dem Abend haben wir dann Hansi doch schmerzlich vermisst, denn einen Pianisten hatten wir nun nicht. Naja, wir sangen halt unsere zarten, u.a. russischen, A-capella-Weisen. Amazing grace und I will follow him konnten wir zusammen singen. Die Sätze waren zwar sehr unterschiedlich, aber das störte uns zu dem Zeitpunkt schon nicht mehr.
Irgendwann begannen dann auch die mehr oder weniger traditionellen bzw. Standardtänze und Singeclubs mit Gitarre und bewährtem Repertoire ... lange Rede, kurzer Sinn: ein superschöner Abend, ich glaube, die letzten gingen um 5...

Am Sonntag wiederholten wir noch einmal das Neueinstudierte und durften die ersten Takte vom "Huhn" gackern. Ich hatte Julia auf dem Schoß. Auf einmal wurde es warm am Bein...

Die Frühstücksmilch hatte den Weg nach draußen gesucht...die Windel hat nicht dichtgehalten. Wieder getrocknet, schrieb sie schnell noch ein paar Notensätze um...und dann war es wieder Zeit für das traditionelle Abschiedsfoto auf der Treppe.
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