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Das Vokalensemble InTakt und "InderHoffnungsgemeinde"

Am 24. August 2002 fand in Magdeburg die Nacht der offenen Kirchen statt. An dieser Aktion beteiligten sich ca. 35 Kirchen von Magdeburg.
Obwohl in ganz Sachsen-Anhalt viele Veranstaltungen wegen der schrecklichen Hochwassersituation ausgefallen sind, wie z.B. der diesjährige Sachsen-Anhalt-Tag, wurde die Nacht der offenen Kirchen durchgeführt.
Ich kann zwar nur von der Veranstaltung in unserer Kirche reden, aber ich glaube, nirgends wurden die Opfer der Hochwasserkatastrophe vergessen. In den Predigten und Ansprachen wurden sie erwähnt und die Kollekten widmete man praktischerweise um.
Diese wunderschöne, etwas unkonventionell aussehende Kirche ist unser Probendomizil.

Hier steht uns ein schöner, großer Raum mit einem echten Flügel für unsere Proben zur Verfügung. Dieser ist zwar schon etwas verstimmt - ich hoffe, das liegt nicht an uns -, aber praktisch.

Im Vorfeld dieser ungewöhnlichen Veranstaltung fragte uns die Pfarrerin, Frau Herbst, ob wir nicht Lust hätten, uns einzubringen. Natürlich hatten wir Lust.
Konnten wir uns doch so zum einen mal bedanken für die Gastfreundschaft, die uns hier entgegengebracht wird. Und zum anderen, wie schon Benjamin Britten sagte: "Musik erzeugt erst dann freudige Erregung, wenn sie vorgetragen wird." So langsam waren wir mit dem Auftrittsvirus infiziert.
Natürlich wurde vorher noch mal eine Sonder-Probe eingeschoben. Holger war so nett, uns die Räumlichkeiten in seiner Musikschule zur Verfügung zu stellen.
Es war so heiß wie seit Tagen schon, alle freuten sich auf die kühle Kirche.
Um die Zeit zu überbrücken, stärkten wir uns bei einem Abendbrot. Allerdings nicht gemeinsam. Wir konnten uns nämlich nicht entscheiden, ob zum Chinesen oder zum Italiener. So mussten wir uns eben teilen.
Angekommen in der Kirche, war die Veranstaltung schon im vollem Gange mit einem Orgelkonzert. Unser Probenraum war zu einer Art V.I.P.Lounge umgestaltet und mit Getränken ausgestattet.
Ein Segen bei diesem Wetter. Unsere Probe hatten wir ja schon hinter uns, so blieb uns genügend Zeit für Gespräche und Witze. Unsere Hilfs-Claydermans quälten das Klavier.Und dann kam unser großer Augenblick. Wir marschierten ein und begannen unser kleines Konzert, angekündigt vom Pfarrer Andreas Herbst.
An der Querflöte: Stefanie Hoser An der Gitarre: Clemi Döring
Alles verlief ganz gut. Die Gäste waren begeistert, und die einzige Kritik einer Zuhörerin war: "Ihr singt mit angezogener Handbremse." Besser hätten wir es auch nicht ausdrücken können. Das war genau das, was wir auch bei unserem Gesang spürten. Unser altes Problem.

Anschließend gab es ein phantastisches Konzert mit Tommi Riedel und seinem Pianisten. Gedichte eines zumindest mir unbekannten Poeten vertont, die zum Nachdenken anregten. Makaber, aber nicht ohne Reiz fand ich ein Lied, in welchem eine Person erzählt, dass Milchmann und Zeitungsfritze morgen früh keinen antreffen werden und auch die Katze, die nach ihrer Milch verlangt, durch die Fensterritzen nur das süßliche Gas riechen wird...
Höhepunkt und krönender Abschluss der Nacht der offenen Hoffnungsgemeinde war der Mitternachtsgottesdienst, durchgeführt im Innenhof vor einem Altar, der aus Sandsäcken aufgebaut war. Und auch der Inhalt des Gottesdienstes drehte sich nur um die Opfer der verheerenden Hochwasserkatastrophe.

Als (ziemlich romantisches) Zeichen der Hoffnung setzte jeder Besucher eine Schwimmkerze auf den kleinen Teich, so dass diese gar lieblich in der Dunkelheit bzw. im Teich verschwanden.
Diesmal gilt mein Dank dem Pfarrerehepaar Gabi und Andreas Herbst, die mich mit ihrer unkonventionellen Art immer wieder verblüffen, und den guten Seelen der Hoffnungskirche Frau Look und den Zwillingen Frau Heyroth und Frau Ortmann, die uns so manches Mal mit ihrer Ähnlichkeit verwirrten.