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St. Petri

Das Vokalensemble InTakt und "InBeyendorf"

Der Kontakt zu Beyendorf hat eine lange Geschichte.
Dreh- und Angelpunkt war immer die wunderschöne St. Petri-Kirche.

Um diese am Leben zu erhalten und nach und nach zu restaurieren, rief die Kirchenälteste, Frau Helga Preim, den "Beyendorfer Musiksommer" ins Leben, dessen Einnahmen - sprich Spenden, der Eintritt zu allen Konzerten war und ist frei - nur der Kirche zugute kamen.

Irgendwie gestaltete sich dadurch ein intensiver Kontakt zu mir und Hansi.
Der "Musiksommer 2000" stand ganz unter dem Zeichen der Kirchturmuhr. Diese wurde mit viel Aufwand, vor allem finanzieller Natur, repariert. Fast 10.500 DM sind durch Spenden zusammen gekommen. Unter den Spendern war sogar ein gutes Herz aus den USA.
Am 12. August 2000 konnte die Uhr eingeweiht werden.
v.l.n.r.: Uhrmachermeister Hecht, Helga Preim, Pfarrer Jens-Martin Langner
Ein Jahr später ging es um die Orgel. Diese war seit 32 Jahren nicht mehr bespielt worden und hatte Zinnpest angesetzt. Guter Rat war teuer, nämlich so um die 70.000 DM.
Hans-Jürgen Vogel aus Thale, seines Zeichens Orgelbauer, nahm sich des guten Stücks an und dasselbe erst einmal auseinander. Bei der Kälte, die zu dem Zeitpunkt herrschte, konnte man kaum einen Finger rühren, geschweige denn, eine Königin der Instrumente reparieren. Deshalb musste er sie, fein säuberlich verpackt, mit in seine Werkstatt nach Thale nehmen, wo eine annehmbare Temperatur und Luftfeuchtigkeit für Madame herrschte. Bei der Gelegenheit stellte sich heraus, dass die Beyendorfer Orgel von dem Magdeburger Carl Böttcher 1854 gebaut wurde.

Orgelbauer Vogel ist es zu verdanken, dass die Königin der Instrumente, Herrscherin über die Beyendorfer Kirche, zum Erntedank-Gottesdienst erstmalig nach so langer Zeit wieder bespielt werden konnte. Doch bis es soweit war, hieß es für die gute Seele der Beyendorfer Kirchengemeinde Helga Preim wieder Geld sammeln. Unterstützt wurde sie u.a. auch wieder von Hansi, diesmal mit seinem Barleber Chor "Concordia."
Der Gemischte Chor "Concordia" Barleben, im Vordergrund das Quartett v.l.n.r. Hans, Christa, Heidi Damasty, Hansi Böhme v.l.n.r.: Orgelbauer Hans-Jürgen Vogel, Werner Hamann, Fachberater in Sachen Denkmalpflege, Helga Preim
Da längst noch nicht alle Schulden bezahlt sind und die Beyendorfer und ihre Gäste den Musiksommer nicht mehr missen möchten, findet er auch in diesem Jahr statt.

So kam es, dass bei einem Weihnachts(2001!)-Kaffeekränzchen Frau Preim fragte, ob wir denn nicht das Frühlingskonzert in der Beyendorfer Kirche gestalten wollen.
"Naja, mit fünf Leutchen wird das wohl noch nix werden. "
"Ach, bis dahin habt ihr genug Leute zusammen. So im April 02?"
"Dein Wort in Gottes Ohr..."

Wahrscheinlich hat sie bei Ihm ein gutes Wort eingelegt, so als Kirchenälteste...Lange Rede, kurzer Sinn - einige Wochen später wurde der 9. Juni 2002 festgeklopft. So im Nachhinein betrachtet, zeugte dieser Optimismus doch von einer gehörigen Portion Größenwahn, aber was tut man nicht alles für die Kunst und Kultur?

Und irgendwie muss ich euch alle angesteckt haben, denn es hat niemand gemosert - jedenfalls nicht laut. Antje hat sich über meine Ausmaltaktik nebst Bekanntheitsbonus amüsiert und Hansi als Chorleiter war auch nicht überzeugt davon, aber ansonsten...

Im Klartext heißt das, wir haben in nur gut fünf Monaten, von Anfang Januar bis Ende Mai, ein einstündiges Programm erarbeitet, welches 11 Lieder beinhaltet, viele mit Keyboard- bzw. Klavier- und Gitarrenbegleitung. Wenn dat nix is...
Kurz vor unserem Konzert kam dann die Hiobsbotschaft. Frau Preim teilte mit, dass das Konzert nicht in der Kirche stattfinden kann, da das Dach laut fachmännischer Meinung einsturzgefährdert ist und jeden Moment herunter krachen kann. So richtig geglaubt haben das die Verantwortlichen zwar nicht, aber wer will schon dafür geradestehen, wenn doch was passiert. Ist ja auch störend, der Lärm während des Konzertes.
Hm. Was machen wir dann? Gehen wir eben in die Altenweddinger Kirche, Beyendorf gehört ja zum Kirchenkreis Altenweddingen. Aber das war auch nicht die Lösung. Da kam Frau Preim auf die Idee, die Konzerte des Musiksommers im Beyendorfer Kulturraum zu veranstalten. Der ist zwar nicht sehr groß, aber lieber einen vollen, kleinen Raum als einen vielleicht fast leeren Saal.

Gesagt, getan. Am 8. Juni trafen wir uns zur Generalprobe. Und Frau Preim, die gute Seele, hatte natürlich nix Besseres zu tun, als den ganzen Tag in der Küche zu stehen und uns mit Unmengen von Kuchen zu verwöhnen. Fabian schwärmt heute noch von der Suuuuper-Eeeerdbeeeeertorte.

Und dann kam der große Tag. Zum Glück kannten einige den Weg schon vom Samstag, sonst wären sie womöglich nicht rechtzeitig zum Konzert angekommen, die Kirche samt Kulturraum liegt ja auch ziemlich versteckt.
Jeder hatte aus seinem Bekannten- und Verwandtenkreis jemanden mitgebracht, der die Daumen drückt, und was soll ich euch sagen, liebe Leute, es hat geholfen.
Wenn auch der eine oder andere Patzer dabei war, dieser oder jener Ton nicht sauber und man uns die Anspannung und Aufgeregtheit ansah, so kann man doch sagen, dass sich das alles gelohnt hat. Und Otto Normalzuschauer hat vielleicht gar nicht jeden Fehler bemerkt. Die Feinabstimmung kommt sowieso noch, ich erinnere nur an Hansis kleine Zettelchen während der Videovorführung...
Die Sahnehäubchen waren allerdings die Instrumentaleinlagen. Finde ich. So z.B. das Mamas-und-Papas-Querflötensolo von Steffi Hoserund die Violinenvorträge von Hansi und seiner Sandkastenliebe Steffi Pöschel, welche gekonnt zweistimmig, besser, zweiviolinig, das "Ave Maria" von Bach und den Boyzone-Hit "No matter what" vortrugen. Oder war es "Egal, was kommt" von den Jungen Tenören? Na, is auch egal.
So ging der Tag zu Ende, auf den wir seit Anfang an hin gearbeitet haben und alles hat gut geklappt. Bedankt habe ich mich ja schon bei euch, möchte es hier trotzdem noch einmal wiederholen.
Dann ist aber Schluss mit der Dankerei, dann wird wieder gearbeitet.
Danke an alle, die mitgesungen haben bzw. nicht mitsingen konnten, aber gern mitgesungen hätten!
Danke vor allem an Stefan, der nach sageundschreibe nur drei Proben mitgesungen hat, und zwar richtig, jedenfalls habe ich von ihm keinen falschen Ton gehört!
Danke an Alex, der witzig und souverän ohne (Sonnen-)Brille die Moderation gemeistert hat! Kam auch bei den Zuschauern gut an, hab ich mir sagen lassen.
Danke an Holger Szukalski vom Gitarrenduo Con Brio, der für uns so richtig in die Saiten gehauen hat!
Danke an Steffi Hoser, Clemens Döring und Hansi Böhme, die neben den Stimmbändern auch noch die Finger auf ihren Instrumenten bewegt haben!
Danke an Steffi Pöschel, die extra aus Meuselwitz zu uns gekommen ist! Wir wissen das zu schätzen, dass du bei deinem vollen Terminkalender dein einziges freies Wochenende geopfert hast. Grüße an Lu und die Tanzmäuse. Irgendwann machen wir mal was zusammen.
Danke auch noch einmal an Antje, die sich während Hansis Abwesenheit als Co-Chorleiterin wacker geschlagen hat!
Danke an Frau Preim dafür, dass sie uns überhaupt erst dieses Konzert ermöglicht hat und für den leckeren Kuchen!
Danke an alle, die uns Mut gemacht haben!
Vor allem: Danke an unseren Chorleiter Hansi, der, so gut es ging, Dienst, Barleben und InTakt unter einen Hut gebracht hat, der uns mit einer Engelsgeduld und dem Gemüt eines neugeborenen Lamms die Flöten- und andere Töne beigebracht hat! Und zu guter Letzt von mir ganz persönlich, Hansilein, danke, dass du an uns alle geglaubt hast. Lass dir nie wieder einreden, du seist als Chorleiter unfähig, und das von Leuten, die von Musik soviel verstehen wie die Kuh vom Eierlegen. Kaffeehausklimperer gibt's genug...
Und, ihr Lieben, danke für den Champagner und die wunderschönen Blumen. Leider sind sie verblüht, aber ein Foto existiert noch.
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