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Das Vokalensemble InTakt "InWittenberg" |
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Als guter Chorleiter bildet man sich ständig weiter. Da unser auch zu den guten gehört, fährt er also regelmäßig zu den Veranstaltungen, die der Landesmusikrat anbietet.
Eines Abends saßen er und seine Chorleiter-Kollegen beim Bierchen zusammen, wie das bei solchen Gelegenheiten Usus ist. Da kamen sie auf die glorreiche Idee, sie könnten ihre Schäfchen ja alle mal zusammenführen, um sie miteinander bekannt zu machen und hier und da ein paar Anregungen abzulauschen.
So kam es, dass sich am 01. Juni 2002 Reisebusse und PKW, beladen mit Sängern, aus allen Himmelsrichtungen des Landes auf den Weg nach Wittenberg machten. |
| Dort angekommen, stand erst mal eine Stadtführung auf dem Plan mit anschließendem gemeinsamen Mittagessen. Leider hatte sich das Speisenangebot in letzter Minute geändert, so dass das preiswerteste Essen mit einem Getränk 12 Euro kosten sollte. |
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Nun haben wir aber auch Schüler und Studenten unter uns, die sich diese Summe nicht so einfach aus dem Ärmel schütteln können und unsere Chor-Kasse war zu dem Zeitpunkt noch leer - oder wie Rüdiger Hoffmann sagte: nothing, rien, nada, niente oder auf türkisch: nüx. So haben wir kurzerhand umdisponiert und sind beim Italiener eingeschwebt. Der war preiswert und gut. |
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Dick und rund gegessen schauten wir auf dem Weg zur Christuskirche noch einmal in der Schlosskirche vorbei, wo Martin Luther seine 95 Prothesen an die Kirchentür getackert hatte.
So langsam stieg dann auch die Aufregung. Für uns sollte es der allererste Auftritt vor Publikum sein. Sicher hatte der eine oder andere schon Chor- und Auftrittserfahrungen, aber in dieser Besetzung, mit den neuen Liedern, nach nur 5 Monaten...Das kann ja was werden. Und das Schlimmste war: so nach und nach hatte ein Sänger nach dem anderen seine Teilnahme wegen Krankheit, Prüfung... abesagt, so dass wir nur noch 9 Leutchen waren. Der erste Alt war am schwächsten vertreten, nämlich nothing, rien... |
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Als wir gegen 14 Uhr die Kirche betraten, war der Magdeburger Exaudi Chor schon fleißig am Einsingen. Um 15 Uhr sollte dann das allgemeine Einsingen für alle Chöre beginnnen. Derer gab es 10, so dass wir uns besorgt fragten, wie die alle bis 16 Uhr fertig werden sollen.
Uns wurde ein kleines Kabuffchen hinter dem Altar zugewiesen, wo wir unsere Stimmbänder in Form brachten. Gegen 15.30 sang Exaudi immer noch und bei Hansi stieg der Adrenalinspiegel. Schließlich musste er nicht nur Barleben noch einsingen, sondern zusammen mit den anderen Chorleitern im C12-Chor noch schnell zwei Liedchen wiederholen.
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Also haben wir Hansi erst mal Hansi sein lassen und uns hinter die Kirche verzogen. Dort probierten wir unser 4-Lieder-Programm noch mal schnell durch und versuchten, etwas ruhiger zu werden.
Bei mir trat eher das Gegenteil ein. Zumal wir uns selbst ansagen mussten und auf meine Frage, ob sich aus unserer Truppe jemand berufen und in der Lage fühlt, die Ansage zu machen, alle mehr oder weniger interessiert in die Luft pfiffen. Soll heißen, mach du.
Für euch tu ich doch fast alles, auch wenn mir so was von übel war. |
| Nach 9 Chören waren wir endlich an der Reihe. Der Aufgang klappte ganz gut, die Ansage auch, trotzdem das Mikro mehr auf Bauchnabelhöhe eingestellt war. Bei manchen Leuten mag das die richtige Position sein, aber ich musste mich in Falten legen, um sprechen zu können. Klar, ich hätte auch das Mikro höher stellen können, aber getreu dem Motte "Frauen und Technik", wer weiß, ob es gleich beim ersten Mal geklappt hätte. Ich wollte uns nicht schon vor dem Singen blamieren:-)Außerdem wissen die Konzertbesucher jetzt auch, dass Magdeburg in der Nähe von Barleben liegt:-) |
Hansis verzweifelte Hand-aufs-Herz-Geste zauberte uns ein Lächeln auf die Lippen. Noch ein prüfender Blick hoch zum Exaudi Chor und den Chorleitern Schemetow, die Hansi, Anja und ich noch aus dem Polizeichor kennen und los ging's.
Ich glaube, es ging uns allen so. Nach den ersten gelungenen Takten von "Alta trinita beata" fiel uns ein Riesenstein vom Herzen. Es funktioniert. Unsere kleine, bis auf ein Minimum dezimierte Gruppe singt ihr erstes öffentliches Lied.
Bei "I will follow him" waren wir schon viel sicherer und "For the longest time" nahmen wir wie die Profis in Angriff. Das letzte Lied war "California dreamin'". Hier wurden wir von Holger Szukalski vom Gitarrenduo "Con brio" unterstützt und unsere Sängerin Steffi Hoser übernahm den Querflötenpart. Auch dies war eine Premiere, sie spielte das erste Mal allein vor Publikum. Gratulation!!! |
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Nach uns, das heißt nach zwei Stunden Konzert war der Exaudi Chor dran, der es eigentlich am schwersten hatte. Mal abgesehen von der ausgezeichneten Gesangsqualität, die Liedauswahl war vielleicht nicht ganz so passend. Die schweren Stücke animierten das Publikum nicht mehr sonderlich zum Zuhören, zumal der Chor auf der Empore stand und man als Zuhörer entweder nach vorn in die Leere starrte oder sich den Hals verrenkte. Schade eigentlich.
Als Fazit möchte ich den Organisatoren noch einmal danke sagen. Es war schon eine Leistung, diese vielen Menschen unter einen Hut zu bringen. Sicherlich werdet ihr Chorleiter dieses Konzert bei der nächsten C 2-Veranstaltung auswerten. Auf alle Fälle ist Wittenberg eine wunderschöne und sehr interessante Stadt. |
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